Im Rahmen eines Vortragsabends durften wir am 11.06.2026 den Duisburger Polizeipräsidenten Alexander Dierselhuis als Gastredner begrüßen. Unter dem Titel „Bekämpfung der Clankriminalität – wie NRW kriminellen Clans den Kampf ansagt“ gab er einen spannenden und zugleich differenzierten Einblick in eines der aktuell meistdiskutierten Themen der Inneren Sicherheit.
Zu Beginn stellte Dierselhuis seinen beruflichen Werdegang vor. Nach seinem Jurastudium war er zunächst als Staatsanwalt in Düsseldorf tätig. Es folgten Stationen in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, wo er als Geschäftsführer die sogenannte Bosbach-Kommission zur Verbesserung der Inneren Sicherheit leitete, sowie als Polizeipräsident in Oberhausen. Seit April 2022 steht er an der Spitze des Polizeipräsidiums Duisburg.
Im ersten Teil seines Vortrags erläuterte Dierselhuis die Behördenstruktur der Polizei in Nordrhein-Westfalen sowie die Begriffe „Clan“ und „Clankriminalität“. Dabei wies er darauf hin, dass die Definitionen und statistischen Erfassungsmethoden bundesweit unterschiedlich seien. Nordrhein-Westfalen verfolge hierbei einen eigenen Ansatz und konzentriere sich auf Gruppen, die überdurchschnittlich häufig strafrechtlich in Erscheinung treten.
Anschaulich schilderte der Polizeipräsident zudem die historischen Hintergründe einiger heute besonders im Fokus stehender Clanstrukturen und ging dabei auch auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte ein. Er machte deutlich, dass Fragen der Integration, Bildung und gesellschaftlichen Teilhabe eine wichtige Rolle bei der Entstehung problematischer Strukturen spielten.
Besonders eindrucksvoll waren seine Ausführungen zur Bedeutung familiärer Bindungen innerhalb des Clanmilieus sowie zu den Herausforderungen, denen sich Polizei und Justiz im Umgang mit diesen Strukturen gegenübersähen. Anhand aktueller Entwicklungen zeigte er auf, warum das Thema in Nordrhein-Westfalen weiterhin einen hohen Stellenwert einnehme.
Im zweiten Teil seines Vortrags stellte Dierselhuis die Strategien des Landes Nordrhein-Westfalen zur Bekämpfung der Clankriminalität vor. Grundlage sei das vom nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul entwickelte Drei-Säulen-Modell. Dieses verbinde regelmäßige behördenübergreifende Kontrollen, langfristige Strukturermittlungen gegen kriminell erworbene Vermögenswerte sowie präventive Maßnahmen, die insbesondere jungen Menschen Perspektiven außerhalb krimineller Milieus eröffnen sollen.
Dabei wurde deutlich, dass die Bekämpfung der Clankriminalität nur durch das koordinierte Zusammenwirken verschiedener Behörden, wie z.B. Zoll, Ordnungs- und Gewerbeamt, Steuerfahndung, erfolgreich sein kann. Neben repressiven Maßnahmen seien Prävention und gesellschaftlicher Dialog unverzichtbare Bestandteile einer nachhaltigen Sicherheitsstrategie.
In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen gestellt und unterschiedliche Aspekte des Themas vertieft. Der Abend bot damit fundierte Einblicke in die Arbeit der Sicherheitsbehörden und einen wertvollen Austausch zu einem gesellschaftlich hochrelevanten Thema.
Wir bedanken uns herzlich bei Polizeipräsident Dierselhuis für seinen informativen und engagierten Vortrag und wünschen ihm für sein weiteres Wirken alles Gute und viel Erfolg.

